Ostersamstag – Wenn der Supermarkt zum Krisengebiet wird

Heute mal schnell einkaufen für Ostern.

Es ist dieser eine Tag vor dem Ostersonntag, an dem plötzlich alle so einkaufen, als würde am nächsten Morgen die Zivilisation enden. Menschen, die sonst entspannt einmal die Woche gehen, entwickeln auf einmal einen inneren Notfallmodus. Einkaufswagen werden randvoll geladen, als gäbe es nach Ostersonn- und montag wochenlang nichts mehr zu essen. Die Supermärkte verwandeln sich in ein Schlachtfeld aus verkanteten Einkaufswagen, genervten Blicken und blockierten Gängen.
Jeder braucht „nur noch schnell eine Kleinigkeit“, steht dann aber mit einem halben Vorratslager an der Kasse. Und natürlich ist dann genau die eigene Schlange immer die längste und langsamste. Sobald eine neue Kasse öffnet, wechselst du und bereust es ein paar Minuten später – es geht in der vorherigen Schlange nämlich schneller und du ärgerst dich.
Menschen schlängeln sich durch die Gänge bis zu den hintersten Regalen, niemand weiß so genau, wo die Kassenschlange anfängt oder endet. Menschen drängeln sich vorbei, entschuldigen sich halbherzig oder auch gar nicht. Irgendwo fällt immer etwas runter, jemand steht quer im Weg, und alle sind passiv gereizt. Die Stimmung kippt von „kurz einkaufen gehen“ zu einer Mischung aus Stress, Ungeduld und leisem, aggressivem Seufzen.

Blicke sagen dann mehr als Worte:
„Warum sind eigentlich alle Menschen unseres Planeten heute hier?“ – ohne zu merken, dass man selbst Teil des Problems ist. Und das Absurde daran: Nach den Feiertagen gibt es, wie gewohnt, alles im Überfluss. Kein Weltuntergang, keine leeren Lager, keine Apokalypse. Aber für ein paar Stunden fühlt es sich an, als müsste man sich durchkämpfen, nur um am Ende mit viel zu viel Zeug und leicht strapazierten Nerven wieder zuhause anzukommen. Dann stellst du überrascht fest, es war nicht das Ende der Welt. Nur ein Feiertag, an dem der Supermarkt einen Tag lang nicht geöffnet hatte…